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0 Autor: Jochen Schliemann

The Cardigans - Long Gone Before Daylight

Long Gone Before Daylight

Ruhiger und schwerer verdaulich - die Cardigans bleiben nach fünf Jahren Pause allein schon deshalb eine spannende Popband, weil sie sich wieder verändert haben.

Egal, wie rührend ihre Musik immer war, dem Zufall haben die Cardigans nie etwas überlassen. Sie waren eine in sich perfekte Popband. Selbst ihr Ausriss vom lieben Image mit dem letzten, vergleichsweise dunklen Werk "Gran Turismo" war perfekt geplant und vollzogen. Nur passiert ist ihnen selten etwas. Insofern ist "Long Gone Before Daylight" eine kleine musikalische Revolution für die Schweden. Denn Zeit und Zufall scheinen die entscheidenden Faktoren dieses Albums zu sein. Relaxte Rhythmen, Country-Feeling, Melancholie - man hört der Band an, wie wenig sie sich um Termine, Erwartungen und alles andere scherte. Kein Durchpeitschen durch polierte, perfekte Songs, stattdessen lässt man sich treiben. Das kann bizarre Auswüchse haben. So klingt "A Good Horse" vom Titel bis zum Gitarrensound wie ein astreines Neil Young-Stück, wenn man mal von Nina Perssons bezaubernder Stimme absieht. Bittersüß wie bei ihrem Soloflug A Camp seufzt sie sich durch 80 Prozent Liebeslieder, vom dramatisch orchestrierten "Please Sister" bis zum bösen Schlaflied "No Sleep". Die Single "For What It's Worth" soll der einzige beschwingte Moment bleiben. Weshalb man auch von der zähesten Cardigans-Platte sprechen kann. Ob es die beste ist? Geben wir ihr ein wenig Zeit.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.7/12

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