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2 Autor: Dirk Siepe

Queens Of The Stone Age - Songs For The Deaf

Songs For The Deaf

Aller guten Dinge sind drei. Selten stimmte diese platte Bauernweisheit so sehr wie beim dritten Album der Queens. Und selten waren sich die Soundcheckteilnehmer so einig, welche Platte zum Highlight des Monats gekürt werden soll.

Keine einzige einstellige Note wurde von den Preisrichtern gezückt – sollten QOTSA schon wieder die Platte des Jahres abgeliefert haben? Doch der Reihe nach: Eröffnet wird mit dem Desert Sessions-Track "You Think I Aint Worth A Dollar But I Feel Like A Millionaire", ein fieser, monotoner Punkrocker, der natürlich von Weirdo Nick Oliveri gesungen wird. "No One Knows" soll dann die erste Auskopplung sein, allerdings wird die Single erst anderthalb Monate nach Album-VÖ erscheinen. Die simpel und spartanisch gestrickte Strophe mündet in einen herrlich ausufernden Refrain. Schon ein kleiner Hit, aber bestimmt nicht der Höhepunkt der Platte. Der wäre schon eher das im direkten Anschluss folgende "First It Giveth", wo alle Tugenden, die Josh Homme, Nick Oliveri und ihre diversen prominenten Mitstreiter mittlerweile kultiviert haben, vereint werden. Der treibende Rockgroove und die emsig surrenden Gitarren harmonieren wunderbar mit dem eingängigen Psychedelic-Refrain. Ganz großer Song, aber – wie so vieles auf dem Album – viel zu schnell vorbei. "A Song For The Dead" mit Mark Lanegan am Mikro dürfte die Toten schnell wieder zum Leben erwecken. Foo Fighter Dave Grohl zeigt nicht nur hier, dass ihn sein Drumkit schmerzlich vermisst haben muss. "The Sky Is Falling", bereits bekannt von der letzten "All Areas"-CD, ist ein heavy Monster, das gnadenlos alles niederwalzen würde, wären nicht auch hier sanftere Melodien eingewoben. Gegen Ende driftet der Song dann sogar mal kurz in verspielte Hippierock-Gefilde ab. "Six Shooter" kostet dann wieder den ganzen Wahnsinn von Nick Oliveri aus, ein kurzer, aber umso heftigerer atonaler Schlag auf Melodie verwöhnte Ohren. Das bereits von "Desert Sessions Vol. 7 & 8" bekannte "Hanging Tree" bezieht seinen Reiz aus dem Kontrast der hektisch abgehackten Beats und dem vollen, runden Gesang Mark Lanegans. "Go With The Flow" ist dann wieder typisch Queens, unter Joshs Gesangsharmonien brodelt Stooges-mäßiger Rockn`Roll, der mittels Keyboards eine himmlische Note erhält. "Gonna Leave You" schmeichelt sich fast unbemerkt ins Ohr; welch hübsche Art zu sagen, dass es vorbei ist. Mit "Do It Again" beweist Homme ein weiteres Mal, welch großartiger Sänger aus ihm geworden ist.

Leserbewertung: 10.8/12

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Kommentare (2)

Avatar von fassade fassade 16.04.2012 | 00:57

knallt!

Avatar von mixomat mixomat 31.12.2013 | 09:44

Großartig

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