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Sparta - Wiretap Scars

Wiretap Scars

Zurück auf Los: Sparta sind die Band nach der Band. Das bringt Druck, setzt aber auf der anderen Seite Energien frei.

The thrill is gone but not forgotten. Sparta - und dieser Vergleich muss natürlich angestellt werden - haben musikalisch nicht das revolutionäre Potenzial von At The Drive-In, schreiben kein eigenes Kapitel im Post-Core-Schinken. Für eine Fußnote, der man durchaus Aufmerksamkeit schenken sollte, reicht es dennoch allemal. Oder kann sich jemand erinnern, dass es jemals ein "Fugazi-Tributealbum" gab, das so breitenwirksam mit Majordeal, Videoalarm und Supportshows vor 10.000 Weezer-Fans promotet wurde, und das auch noch vollkommen zurecht? Allerdings wäre es zu kurz gegriffen, Sparta nur auf Ian MacKayes Schaffen zu verweisen, denn auch Walter Schreifels steckt nicht selten seinen Kopf durch die Tür. Ob beabsichtigt oder nicht - wer Spartas Sound verorten will und muss, ist mit dem Schaffen dieser beiden Herren auf der guten Seite, und zwar quer durch alle Epochen: von Embrace bis Rival Schools, von Quicksand bis Fugazi. Die breiteste Brücke zum Furor der Vorgängerband bildet seltsamerweise die Stimme Jim Wards, ansonsten spielen Sparta eher mit Genre-Konventionen, anstatt sie zu brechen. Geschickt kanalisiert die Band den bunten Strauß an Emotionen und Ausdrucksformen, bleibt souverän, ohne das Risiko zu sehr zu scheuen, und schafft so eine Konsensplatte in Sachen Gitarre 2002, ohne wirklich darauf aus zu sein - zumindest merkt man nichts davon. Auch eine Leistung.

Leserbewertung: 9.4/12

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