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0 Autor: Dirk Siepe

Primal Scream - Evil Heat

Evil Heat

Primal Scream spielen immer noch ihre ganz eigene Liga. Leider mit zu wenig Fans. Ob sich das diesmal ändert?

Schlecht findet sie eigentlich niemand, doch kaum jemand liebt alles an ihnen. Dabei ist diese noisige Mischung hier so gut! Trotzdem spricht manche eben eher der Industrial-, andere der Britpop-Faktor an. Die Elektronica-Fans finden die Rock-Posen übertrieben, und die Rocker würden gern auf die experimentelleren Sounds verzichten. Letztere werden denn auch schon beim Opener "Deep Hit Of Morning Sun" abschalten, einem nervös brodelnden Elektronica-Track mit einschmeichelnden Vocals. Dabei bietet schon die folgende Nummer "Miss Lucifer" trotz maschineller Beats von Groove und Gesang her sexy RocknRoll, und das absolute Highlight trägt sogar puren Stooges-Vibe mit literweise Blut, Rotz und Schweiß in sich: "City", das in nicht ganz so wütender Fassung bereits von David Holmes unter dem Namen "Sick City" bekannt ist. Auch "Skull X" und "Rise" rocken schön schnodderig, aber noch besser ist der Maschinenstürmer-Blues "The Lord Is My Shotgun", bei dem Robert Plant an der Mundharmonika zu hören ist. "Autobahn 66" ist ein spaciger Chill-Track, der Autofahrer zum entspannten Cruisen animieren dürfte, und das etwas nervige "Detroit" klingt wie NIN auf dem Eighties-Trip – zwar böser als der Rest, aber die radikale Gewaltbereitschaft des Vorgängeralbums "XTRMNTR" erreicht es nicht. "Space Blues 2" markiert dann den elegisch-besinnlichen Ausklang eines durchweg überzeugenden Albums.

Leserbewertung: 9.0/12

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