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Ted Leo And The Pharmacists - The Tyranny Of Distance

The Tyranny Of Distance

Ted Leo hat viele gute Ideen und Gedanken zwischen Pop und Kitsch. Ob die taugen? Darüber streiten die Gelehrten.

"The Tyranny Of Distance" ist die mit Abstand herausforderndste Platte in diesem Monat – auch beim fünften Hören sind Alexandra und ich uns nicht wirklich sicher, was wir denn davon zu halten haben. Einerseits schüttelt sich der Ex-Chisel-Mann Ted Leo nämlich mit seinen – unter anderem bei Trans Am und The Make-Up rekrutierten – Mitstreitern solch flott-poppige Melodien aus dem Ärmel, dass man beinahe versucht ist, The Stereo ihren Elvis Costello-Gedächtnispokal wieder zu entreißen und diesen Herren zu verleihen. Und wenn die Band dann noch das Kunststück vollbringt, ihre Jam-driven Pop-Kleinode in pompös-galante Arrangements à la Built To Spill ("Biomusicology") oder The Soundtrack Of Our Lives ("Squeaky Fingers") zu kleiden, wünscht man sich nur noch einen geeigneteren Produzenten für all das funkelnde Geschmeide. Anderer Fall, genauso gut: "St. John Divine", das sich nicht zwischen frühen und mittleren Cure entscheiden kann und das Problem schlicht und ergreifend mit einem finalen Inferno grande löst. Auf der anderen Seite bietet die Platte gute Argumente, sich betreten abzuwenden: Der dudelige Progressive-Folk bei "Timorous Me" geht genauso wenig wie das Hippie-Kitsch-Layout, Leos Gesang sprengt ab und an sämtliche Exaltiertheits-Toleranzgrenzen, und die Tatsache, dass die Pharmacists gute Musiker sind, wird bisweilen eine Spur zu penetrant betont. Dennoch: Auf jeden Fall spannend, tendenziell sogar super. Wir grübeln weiter.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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