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0 Autor: Benedikt Ferstl

Riot Spears - Bad

Bad

Von düster bis heiter, von wütend bis entspannt: Riot Spears spielen gerne mit Gegensätzen. Das Ergebnis ist ein Grunge-Album mit Pop-Appeal und viel Riot-Grrrl-Attitüde.

Doch statt blind 90er-Klischees aneinanderzureihen, schaffen es die drei Berlinerinnen auf ihrem Debüt Bad, einen eigenständigen Sound zu finden, den sie selbst als "Angry Pop" bezeichnen. Dabei treffen raue Riffs und wütender Gesang auf eingängige Melodien mit Feelgood-Charakter – und dieses Spiel mit den Extremen funktioniert ausgezeichnet. Nicht nur, weil Riot Spears nie zu sehr abdriften und ein gutes Mittelmaß finden, sondern auch, weil die Produktion zwar nicht hochprofessionell klingt, aber jeden Song erfrischend authentisch lässt. Das Album beginnt mit dem unheimlichen "Harvester", dessen mitreißendes Riff zum Ende des Songs unaufhaltsam Richtung Chaos driftet, ehe das Stück erschöpft endet. Das folgende "Mermaid Bitch" klingt nach einem noisigen Hole-Song, nicht zuletzt, weil Sängerin Martha hier ihrer inneren Courtney Love freien Lauf lässt. "Alien Pain" vereint schließlich alle Extreme, von ruhigen Zwischenspielen mit Emo-Charakter bis zum donnernden Höhepunkt am Ende des Songs. Nach "Harvester" ist "Park Song" die zweite Single des Albums – und könnte sich nicht stärker von der ersten unterscheiden. Die lockere Garage-Punk-Nummer ist der wahrscheinlich fröhlichste Song des Albums, das mit "Pathetic", "I Feel So Good" oder "Devil & The Sea" noch weitere Highlights in der Hinterhand hat.

Bewertung: 9/12

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