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Cable Ties - Far Enough

Far Enough

Das australische Trio spielt auch auf seinem zweiten Album sehnig-knorrigen Indierock mit Betonung auf der letzten Silbe. Dafür nehmen sich die Songs Zeit.

Cable Ties sind eine Rockband, wie man sie sich für diese Zeiten wünscht – und die NachahmerInnen finden muss. Seit ihrer Gründung 2015 setzt sich das Trio, bestehend aus Gitarristin und Sängerin Jenny McKechnie, Schlagzeugerin Shauna Boyle und Bassist Nick Brown für eine integrative, feministische und politische Sichtweise ein. In ihren Songs geht es um geschlechtsspezifische Gewalt, Kolonialismus und sexuelle Übergriffe. Die MusikerInnen engagieren sich in einer Non-Profit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, weibliche, transsexuelle und nichtbinäre Jugendliche in der Musik zu stärken. 2017 erschien ihr Debüt. Schon darauf sind die Songs bemerkenswert lang, bis zu neun Minuten. Aber Cable Ties spielen keinen Post-Rock oder Prog-Epen, wo das üblich ist. Es ist eher eine Art Riot-Grrrl-Rock, angereichert mit knorrigem Post-Punk. Ähnlich, wie es auch die Buzzcocks manchmal getan haben, dehnen Cable Ties ihre Songs aus, lassen sie hypnotisch auf- und abebben. Im selbsterklärend betitelten "Anger’s Not Enough" gerät das über weite Strecken der sieben Minuten bewusst noisy und mit gemeinem Feedback. So transportiert man ein Anliegen eindringlich. Sie können das auch harmonischer, punkiger, etwa im sich langsam entfaltenden Opener "Hope" oder dem folgenden, supercoolen Schlachtruf "Tell Them Where To Go".

Bewertung: 9/12

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