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0 Autor: Britta Helm

Spanish Love Songs - Brave Faces Everyone

Brave Faces Everyone
  • VÖ: 07.02.2020
  • Label: Pure Noise/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 323

Selbstmitleid bis hierhin und nicht weiter. Spanish Love Songs schreiben Deprirock für Leute, die früh aufstehen müssen.

"It won’t be this bleak forever/ I hope you’re right", schmettert Dylan Slocum etwa in "Self-Destruction (As A Sensible Career Choice)" und schließt es damit zumindest nicht aus. Für ihr drittes Album haben sich seine Spanish Love Songs die ganz große Bühne ausgesucht, auf der Platz für breitesten Americana-Rock wäre, aber noch halten sie sich eine Spur zurück. Das Songwriting ist da, die Produktion bleibt lieber noch Indie. Umso besser für Slocum, der seine Stücke immer noch allein auf der Akustikgitarre schreibt und auch mit Band drumherum den theatralischen Barden in sich nicht verliert. Wenn er wollte, könnte er seine Alltagsstorys auch mit Country-Fiedeln und Lapsteel-Gitarre verzieren, aber er ist eben keiner für viel Deko. Stattdessen kommt "Brave Faces Everyone" als noch rundere Version des Vorgängers "Schmaltz" daher, auf der etwa der Vorab-Single "Losers" der Song "Losers 2" gegenübersteht und die mit der Titelzeile im Titelsong endet – Slocums Filmemacher-Hintergrund lässt grüßen. Wer Springsteen, The Gaslight Anthem und alle Bands dazwischen mag, hat die Kalifornier wahrscheinlich schon in allen persönlichen Playlisten. Wer auf den Kitsch der Artverwandten bislang nicht so konnte, hat hier etwas verpasst. Schmissiger Punkrock geht auch ohne Teufel, Whiskey und 50er-Karren, gerade wenn Punk eher die Sozialisation betrifft als das musikalische Genre.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.2/12

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