Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Christian Wiensgol

Lagwagon - Railer

Railer

Nun also auch Lagwagon: Die Skatepunk-Helden von damals beugen sich dem Wunsch der Fans nach Nostalgie und finden darüber sogar zu alter Spielfreude zurück.

Lagwagon waren natürlich nie eine experimentelle Band, aber die vergangenen Jahre zeigten, dass sie auf alte Schemata keine Lust mehr hatten. Neun Jahre Anlauf brauchte der um Abwechslung bemühte Vorgänger "Hang" und seitdem sind auch schon wieder fünf Jahre vergangen. Auf "Railer" sind Joey Cape & Co. zwar nicht im Reinen mit sich und der Welt (dafür sind die Texte zu verbittert), aber im Reinen mit ihrem Vermächtnis und ihren Fans – so wie Pennywise und NOFX schon immer und Good Riddance, No Fun At All und Satanic Surfers wieder. Lagwagons neuntes Album ist gekonnte Selbstreflexion und -kopie, deren Kern in der Strophe von "Bubble" steckt: "It’s still 1992 here in the bubble". Kann man nicht auch dafür dankbar sein, in eine Schublade gesteckt zu werden? Capes Antwort ist eindeutig. Sein Gesang in "Bubble" kann es mit den besten Momenten von "Hoss" aufnehmen. Ähnlich gelungen ist der Opener "Stealing Light": Hardrock-Riff und Metal-Licks als Intro, dann eine Band, die sich austobt und schließlich Capes Vers "What's another word for fuck?", der zur Hälfte in der Luft hängt und schließlich vom typischen Skatepunk-Galopp fortgetragen wird. Hier zeigt sich die große Stärke von "Railer", wenn ungewohnte Gang-Shouts den Song beenden. Immer wieder sorgen spannende Gesangsparts wie die von Pears-Frontmann Zach Quinn für Abwechslung und Überraschungen. Die befreien Railer zwar nicht vom Attribut "retro", hätten es aber auch ohne das Journey-Cover am Ende zu einem gelungenen Nostalgietrip werden lassen.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 5.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.