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0 Autor: Juliane Kehr

Frank Turner - No Man's Land

No Man's Land

Frank Turner lässt den Pomp beiseite und würdigt zwölf bemerkenswerte Frauen der Weltgeschichte und seine Mutter in erfrischend simplen Songs, die vor allem Fans seiner älteren Alben begeistern dürften.

Turner macht kein Geheimnis daraus, dass er ein studierter Geschichte-Nerd ist, schon früher profitierten seine Songs davon. So verwundert es nicht, dass das bereits auf dem Vor-Vorgänger "Get Better" enthaltene "Silent Key", über die beim Absturz des Space-Shuttles Challenger ums Leben gekommene Lehrerin Christa McAuliff, als alternative Version hier erneut auftaucht. Wie mit einer Taschenlampe scannt Turner die nähere und fernere Vergangenheit und beleuchtet schlaglichtartig faszinierende und tragische Geschichten wie die einer in der Seine ertrunkenen Jungfrau im Opener "Rescue Annie", deren Gesicht als Modell für medizinische Reanimationspuppen genutzt wurde. Oder die der Wahrsagerin Jinny Bingham, die einst in einem Verschlag auf dem Grund des heutigen Underworld-Clubs in Camden Town lebte und den Club angeblich immer noch heimsucht. Persönlich wird Turner in "Rosemary Jane", einem Song, den er der eigenen Mutter und deren Mut widmet, sich gegen den emotionalen Missbrauch durch ihren Mann und Turners Vater zu wehren. Musikalisch rangieren die von Catherine Marks produzierten und ausschließlich von Musikerinnen eingespielten Songs zwischen mit Akustikgitarre vorgetragenem Folk und mit Streicherarrangements und Jazz-Elementen angereicherten Hymnen. Weil 49 Minuten einfach nicht genug sind, um 13 Leben zu würdigen, gibt es zu jedem Song einen vertiefenden Podcast. So macht man das als Nerd eben, wenn man zufällig gleichzeitig erfolgreicher Singer/Songwriter ist.

Bewertung: 8/12

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