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Cokie The Clown - You're Welcome

You're Welcome

Ein Clown für den Schmerz: NOFX-Chef Fat Mike kotzt sich per Alter Ego wütend, traurig und trotzig über die Scheiße in seinem Leben aus. In brutal expliziten Punk-Halbballaden, die alles sind, nur nicht lustig.

2010 stand Cokie The Clown erstmals auf der Bühne, und wer den bedrückenden Seelen-Striptease gesehen hat, weiß, warum er erst jetzt zu einem Album geworden ist – zu niederschmetternd ist vieles, was Fat Mike nun auf "You’re Welcome" erzählt. Das Dilemma dabei: Musikalisch sind die um Klavier, Akustikgitarren und Streicher kreisenden Lebensbeichten höchstens Mittelmaß. Die emotionale Wucht von Cokies Geschichten aber zieht den Fokus vehement auf sich: Wenn er in "Bathtub" – ungeprobt, sturzbesoffen, nachts um drei – zunächst a cappella davon singt, wie er seine Frau mit einer Überdosis in der Badewanne fand, beeindruckt das in seiner radikalen Distanzlosigkeit. Und so hart geht es weiter, er leistet seiner Mutter Sterbehilfe und geht mies mit dem Suizid eines Mitbewohners ("Swing And A Miss") und der Krise seines Labels ("Down With The Ship" von NOFX als Cello-geführte Neubearbeitung) um. Anderswo kommt in Cokies Zorn über heuchlerische Freunde ("Fuck You All"), deren Ablehnung seiner Beziehung mit einer Ex-Pornodarstellerin ("Fair Leather Friends") und Frust über den Niedergang seiner ersten Ehe ("Pre-Arraigned Marriage") das Trennungskind Mike durch, das sich in seinen Beschädigungen nur nach Liebe und Geborgenheit sehnt. „My parents were just relatives, my family was always NOFX“, singt er im finalen "Punk Rock Saved My Life", dem einzig angepunkten Song von "You’re Welcome", der auch NOFX’ "The Decline" zitiert. Man glaubt es sofort, wie die ganze erschütternde Platte.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 6.0/12

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