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0 Autor: Christian Wiensgol

Dave Hause - Kick

Kick

Geht es nach Dave Hause, ist bodenständiger Heartland-Rock mit Rücken-zur-Wand-Optimismus die logische nächste Evolutionsstufe nach Akustik-Punk.

Das dritte Soloalbum des ehemaligen Loved-Ones-Sängers entstand kurz vor der Wahl von Trump und wir nahmen damals an, dass es deshalb so positiv klang. Ziemlich genau zwei Jahre später wissen wir, dass Hause schlicht ein hoffnungsloser Optimist ist. Nicht falsch verstehen, "Kick" ist keine Realitätsflucht. Gleich im ersten Song, dem albern betitelten, aber mit gelungener Spannungskurve versehenen Wachrüttler "Eye Aye I" heißt es: „Wouldn’t it be nice if we were younger?/ We could just get high and sing these songs/ We could build a quiet life together/And laugh at how they all get it so wrong/ Wouldn’t it be nice?“. Ja, wäre es. Konjunktiv II. Doch Hause ist nicht mehr der Jüngste, stattdessen fallen ihm die Haare aus. Und das ist noch das geringste der Probleme, über die er auf seiner vierten Platte singt. Statt Bankenkrise und konkreter Sozialkritik am Beispiel seiner Heimatstadt Philadelphia sind es nun die ganz großen aktuellen gesellschaftlichen Zwickmühlen beziehungsweise der für Hause einzig sinnvolle Umgang mit ihnen. „If I can’t make it out of this ditch/ I better make a home of it“, lautet die simple, aber ansteckend vorgetragene Devise in "The Ditch". Auf den besten Refrain von "Kick" folgen mit "Saboteurs" und "Civil Lies" Annäherungen an den AOR der 80er, was in Hauses Entwicklung kein bisschen peinlich wirkt, sondern nur konsequent ist. Danach: Ganz viel Springsteen, ganz wenig Punk, eine Ballade mit Mundharmonika und genug Melodien, die stark genug sind, um all das Pathos angemessen zu transportieren.

Bewertung: 8/12

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