Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Martin Burger

Boygenius - Boygenius (EP)

Boygenius (EP)

Julien Baker, Phoebe Bridgers und Lucy Dacus haben nach gemeinsamen Shows und gegenseitigen Sympathiebekundungen die schlüssigste Supergroup des Post-Millenniums gegründet.

„Sie mögen X? Ihnen könnte auch Y oder Z gefallen.“ – Sollte das Beispiel Boygenius im Subgenre „Twen-Indiepop mit weiblicher Stimme“ Schule machen, kann man sich Querverweise bald sparen. Weil es dann statt Solo- nur noch Koop-Platten hagelt, geschrieben für den Zugabenblock von Triple-Headliner-Touren, um der Brigade Trauerkloß auf der Galerie das schwache Herz zu durchbohren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Dacus' angezerrte Gitarre verhilft etwa "Salt In The Wound" zu dem Ausbruch, der einer Handvoll Songs auf Bakers jüngstem Album gutgetan hätte; der durchgehende Harmoniegesang lässt alle dahinschmelzen, denen The Low Anthem und The Head And The Heart zu wattig geworden sind – "Ketchum, ID" klingt sogar, als sei es nachts inmitten einer Wagenburg nur zu Ehren der Carter Family aufgenommen worden. Die allerorts gefeierte Indie-Triplette geht Lead und Backgroundgesang paritätisch an, kluge Texte und eine volle Produktion flüstern zusätzlich ein: Das hier ist tatsächlich die eierlegende Wollmilchsau, die man sich nach den zeitgleich veröffentlichten Singles "Bite The Hand", "Me & My Dog" und "Stay Down" erhofft hatte. Vier Songs mehr dieses Kalibers und Boygenius hätte um die Platte des Monats konkurriert, soviel ist sicher. Und jetzt? Ein ganzes Album? Eine genauso tolle Antwort-EP von Soccer Mommy, Waxahatchee und Snail Mail? Oder ein Charity-Song zu Weihnachten, auf dem Courtney Barnett noch mit Australia’s finest im Schlepptau einstimmt? Drei ist meine neu Lieblingszahl.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.