Zur mobilen Seite wechseln

Sleaford Mods - Sleaford Mods

Sleaford Mods

Es läuft und läuft und läuft für die Sleaford Mods. Die Verhältnisse sprechen eben leider nach wie vor für den Furor des Duos aus der Mitte Englands.

Mit ihrer neuen EP vermitteln die Sleaford Mods mehr denn je den Eindruck, dass es ohne sie Bands wie Idles und Shame nicht gegeben hätte. Aber die Themen liegen für einen genialen Beobachter wie Jason Williamson auch auf der Straße. Aalglatte Politiker, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben, der Verfall der Diskussionskultur im Internet, die soziale Benachteiligung großer Bevölkerungsschichten – die Palette, an der sich Williamson mit Abscheu und Wut abarbeitet, ist endlos dieser Tage. Wer so viel unterwegs ist wie die Sleaford Mods seit der Veröffentlichung von "English Tapas" 2017 lernt im Schnellverfahren, dass Großbritannien nicht einmal den Brexit exklusiv hat – der betrifft schließlich alle Länder der Europäischen Union. Im Opener, dem eingängigen "Stick In A Five And Go", stellt Williamson etwa die Frage, was passiert, wenn virtuelle Beleidigungen zu realer Gewalt führen. Gewalt ist auch Thema im zweiten Song. "Bang Some Out" nimmt Williamsons Schilderungen durch seinen hibbeligen Shuffle-Rhythmus aber etwas von ihrer Schärfe. "Dregs" wiederum erzählt davon, wie der Sänger vor 10, 15 Jahren Gläser in einem Pub abgeräumt hat und sich immer einige der nicht komplett ausgetrunkenen Gläser bunkerte, um zwischendurch mal einen Schluck nehmen zu können – für ein eigenes Bier reichte sein Geld nicht. Wer aus einer solchen Position heraus auf seine Umwelt schaut, den schockt entweder nichts – oder er regt sich maßlos über ihre Ungerechtigkeit auf. Gut, dass Williamson sich für letzteres entschieden hat.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.