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0 Autor: Markus Hockenbrink

Joe Strummer - Joe Strummer 001

Joe Strummer 001

Unaufgeräumt ist es in den Archiven des The-Clash-Sängers. Das trägt aber nur zum rauen Charme dieser posthumen Kollektion bei, die Strummers musikalische Reiselust abbildet.

Angeblich fanden seine Nachlassverwalter an die 20.000 Songs und Fragmente in der Vitrine der Punklegende, die – ganz unpunkig – offenbar nichts wegschmeißen konnte. Das Ergebnis der langwierigen Sichtungsarbeiten liegt nun in Form dieser Doppel-CD vor, die, ergänzt durch Bücher, Tapes und Vinyl, außerdem in diversen Deluxe-Varianten erhältlich ist. Setzt sich der erste Teil der Kompilation noch aus einem Best-of seiner Zeit nach The Clash zusammen, bietet der zweite Teil Unveröffentlichtes und Outtakes aus den Jahren 1975 bis 2002. Den Anfang macht eine unbehauene Demoaufnahme von "Letsagetabitarockin’", die Strummers Wurzeln im Beatles-in-Hamburg-Rock’n’Roll zeigt und noch vor seiner berühmten Band entstand. Die übrigen Songs porträtieren den Sänger in der liebgewonnenen Rolle des hemdsärmeligen Outlaws mit dem Faible für Punk, Folk, Country und Pubrock. Musikalisch ist das überraschend abwechslungsreich, oft leichtherzig und sogar lustig, und an einigen Stellen so richtig schön Loser-romantisch. Besonders guten Eindruck hinterlassen das balladeske "The Cool Impossible", das so auch auf der Setlist der Libertines zuhause sein könnte, und das robuste "Rose Of Erin", das klingt wie ein Pogues-Cover von Bruce Springsteen. Auch wenn die Songs insgesamt vermutlich keine wirklich essentiellen Ergänzungen zu Strummers ohnehin nach hinten ausfransender Diskografie darstellen, sind sie eine willkommene Wiederbegegnung mit einem Typen, dessen Stimme einen ganz fest in den Arm nehmen konnte.

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