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0 Autor: Toby Schaper

Madball - For The Cause

For The Cause

Der erzkonservative Tough-Guy-Hardcore wirkt auf dem zehnten Album von Madball oft nur behäbig.

"Old Fashioned", der Titel der ersten "For The Cause"-Single der seit 30 Jahren bestehenden Band um Freddie Cricien hätte auch einen guten Albumtitel abgegeben. Allerdings ist die Platte nicht altmodisch in dem Sinne, dass sie die ungezügelte Energie der Hardcore-Gründerzeit wiederbeleben würde. Vielmehr umgibt sie ein leichter Muff, sowohl thematisch, mit den ewig gleichen Texten über Loyalität und Street-Knowledge, als auch musikalisch. Über weite Strecken wirkt die Musik wie mit angezogener Handbremse gespielt, sicher präzise, aber auch kontrolliert und behäbig – und das ist eigentlich das letzte, was man über eine Hardcore-Platte schreiben möchte. Vor allem bei einer Band, deren erste EP entfesselter Wahnsinn war, und die mit "Demonstrating My Style" einen Klassiker des New-York-Hardcore abgeliefert hat. Heute versucht man das Midtempo-Einerlei immer wieder durch Oi-Singalongs aufzulockern. Keine gute Idee, das schiefe Gegröle erhöht nur das Gefühl gnadenloser Rückwärtsgewandtheit und klingt wie der Soundtrack zu Kneipenschlägereien. Energie ist keine Frage des Alters – das haben zuletzt Slapshot oder John Joseph mit Bloodclot bewiesen, oder auch Ice-T mit dem aktuellen Body-Count-Album. Der hat hier einen Gastauftritt bei "Evil Ways" und sorgt prompt für einen Spannungsgewinn, was auch für den Reggae-Part am Ende des Titelsongs gilt. Ansonsten wirkt vieles wie Dienst nach Vorschrift, wobei die Routine auch für Lichtblicke sorgt: Moshparts können sie einfach, und wenn in "Es Tu Vida" die Double-Bass einsetzt, fällt auf, dass die Vermählung von Hardcore und Metal auch Gutes hatte.

Bewertung: 5/12

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