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0 Autor: Ingo Scheel

Vitamin X - Age of Paranoia

Age of Paranoia

Keine Atempause, Grachten-Core wird gemacht – 16 Songs in nicht einmal einer halben Stunde.

Diversen Umbesetzungen zum Trotz nennt man das wohl Kontinuität: Vor über zwei Dekaden gegründet, hat sich die Hardcore-Band aus Amsterdam Schritt für Schritt Fans erspielt, das CBGBs zerlegt, mit Steve Albini zusammengearbeitet, ihre Alben in eher loser Folge veröffentlicht. Sechs Jahre sind seit "Full Scale Assault" vergangen, mit "Age Of Paranoia" vollziehen Vitamin X erstmals den Schritt Richtung großes Label. Und der Stoff des sechsten Studioalbums steht der Premiere für Southern Lord bestens zu Gesicht. Allein die Wucht, mit der "Modern Man" dem zeitgeistigen Machismo Backpfeifen verabreicht, ist umwerfend, das anschließende "Rollercoaster Ride" könnte kaum besser betitelt sein. Die Knöchel färben sich weiß, die Backenmuskulatur wird hart wie ein Tennisball, alles ist hier mit viel Oktan verdichtet, fast unglaublich, wie es dem Quartett gelingt, zwischen Geballer und Geknüppel immer wieder so tolle Melodien zu installieren. Unter den Gästen, die sich diesmal hier austoben konnten, sticht natürlich J Mascis heraus. Der sollte für "Flip The Switch", von klassischem Dinosaur-Jr.-Riffing eingeleitet, „nur“ ein Solo beisteuern und unterlegte bei den Aufnahmen schließlich den ganzen Song mit exquisitem Gegniedel. „Nimm’ einfach, was du brauchst“, soll Mascis nach dem Take im Studio gesagt haben. Eine gute Entscheidung, das ungeschnitten zu lassen, denn so werden Erinnerungen an Mascis’ fast vergessene Hardcore-Kinderstube Deep Wound wach. Alles in allem großartiger Stoff zwischen NoFX in nüchtern und Keith Morris mit Metalkante.

Bewertung: 8/12

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