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0 Autor: Markus Hockenbrink

Iceage - Beyondless

Beyondless

Seit Iceage in ihrem wüsten Punkrock etwas nachgelassen haben, wirken sie nur noch bedrohlicher. Das neue Album zeigt, dass auch Trompeten und Violinen keine sicheren Herkunftsinstrumente mehr sind.

"You're Nothing" war zumindest noch eine klare Ansage: Punk in seiner nihilistischen Variante, gesungen von einem jungen Mann, der je nach Tageslaune jeden Morgen aufs Neue entscheidet, ob die Welt untergehen soll oder bloß das Frühstück ausfällt. "Plowing Into The Field Of Love" schlug einen Haken, drosselte das Tempo und brachte ein paar Songs mit, die wie Gospelstücke von Atheisten klangen, die bisher lediglich Geschichten über Gospelmusik gelesen hatten. Diese Entwicklung setzt sich auf "Beyondless" mit gesteigerter Geschwindigkeit fort. Elias Bender Rønnenfelt klingt immer noch kapriziös und angepisst zugleich, wenn er von seiner Absicht singt, demnächst „the day the music dies“ erleben zu wollen. Bis es so weit ist, wird auf "Catch It" noch einmal Jim Morrison exhumiert, der im Pariser Untergrund inzwischen die Freuden der Dissonanz kennengelernt hat. "Thieves Like Us", diese merkwürdige Country-Polka, ist schon fast lustig, "Take It All" beinahe neuromantisch, und das Titelstück so feierlich, dass es auch den Platz als letztes Stück auf der letzten Platte der Band verdient hätte. "Beyondless" ist auch insofern ein schöner Albumtitel, weil die Songs tatsächlich das Ende von etwas heraufbeschwören, ohne dass man wüsste, ob hinterher alles besser, schlechter oder einfach nichtexistent sein wird. „We can’t stop killing/ And we shouldn’t stop killing“, heißt es jedenfalls schon reichlich ominös auf "Hurrah", dem Eröffnungsstück, das wie ein Rausschmeißer klingt.

Bewertung: 8/12

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