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0 Autor: Katharina Raskob

Chvrches - Love Is Dead

Love Is Dead

So plakativ wie der Titel "Love Is Dead" ist auch der Sound der dritten Chvrches-Platte: Indie-Pop, der gerne unter die Haut gehen würde, dabei aber weniger Erfolg hat als ein Fingernagel, mit dem man an einer Baumrinde kratzt.

Man musste schon immer mit einer gehörigen Portion Pop-Affinität ausgestatten sein, um sich für das Trio aus Schottland begeistern zu können. Wer bei Chvrches wegen Iain Cook auf einen Aerogramme-Nachfolger hoffte, der dürfte diese Erwartungen schon mit dem Debüt vor fünf Jahren begraben haben. "Love Is Dead" ist laut eigener Aussage das poppigste, was Chvrches je auf Platte gebracht haben. Das mag auch daran liegen, dass sie sich erstmals in ihrer Karriere Co-Produzenten mit ins Boot geholt haben. Bei acht der zwölf Tracks durfte Greg Kurstin – wie schon bei Adele, Beck oder Pink – mithelfen und an den Reglern drehen. Entstanden sind dabei eingängige bis melodramatische Songs, die gerne Bruce-Springsteen-Roadtrip-Charme versprühen würden, dafür aber schlicht zu offensichtlich sind. Zu "Graffiti" soll man bestimmt bei offenem Fenster auf dem Highway entlangfahren, nachdem man sich dazu entschieden hat, jetzt endlich alle Lebensziele zu verwirklichen, weil „Time to kill was always an illusion“ und „I’ve been waiting for my whole life to grow old and now we never will“. "Graves" klingt so, als würde da gerade Taylor Swift auf dem Grab von politischer Protestmusik tanzen. Irgendwie interessant, aber irgendwie auch merkwürdig. Hauptsächlich geht es in "Love Is Dead" aber um das Erwachsenwerden und die Dualität von Gut und Böse in dieser Welt. Was die Originalität angeht, gibt es hier also auch keine Musik-Text-Schere.

Bewertung: 4/12

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