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0 Autor: André Bosse

Parquet Courts - Wide Awake!

Wide Awake!

Mehr Pop und sogar Disco: Danger Mouse poliert die Indierocker.

Die New Yorker benennen den ersten Song ihres sechsten Albums nach der Fußballphilosophie des genialen holländischen Spielers und Trainers Johan Cruyff – überraschend ist das nicht. "Total Football" belegt die Europa-Affinität dieser Indie’n’Punkband, die auf dem Hit ihrer letzten Platte so treffend feststellte: "Berlin Got Blurry". Das erste Stück auf "Wide Awake" klingt so zwingend und polternd, wie man das von dieser Gruppe gewohnt ist: Ihre Mischung aus Schmutz und schluffiger Eleganz hat Parquet Courts zu Stars der Szene gemacht. Nun soll es noch ein bisschen weiter nach vorne gehen, wohin, zeigt der zweite Song "Violence": ein Drittel The Fall, ein Drittel LCD Soundsystem, ein Drittel Jon Spencer Blues Explosion. Verantwortlich für den neuen Sound ist Produzent Danger Mouse, sein Engagement ist eine Win-Win-Situation, weil Parquet Courts nun auch den alternativen Pop erobern, und Danger Mouse nach einigen massentauglichen Produktionen für die Red Hot Chili Peppers oder Portugal. The Man hier wieder freier zu Werke gehen kann. Dabei gelingen große Momente wie das schwebende "Mardi Gras Beads", bei dem die Parquet Courts wie eine Mischung aus Grandaddy und 60s-Beatband klingen. Wie weit die Ausflüge in neue Gefilde führen dürfen, zeigt der Titeltack: "Wide Awake" entführt in die späten 70er, als in New York die „Mutant Disco“ das große Thema war, eine lebensbejahende und globale Form von Disco, die Afrobeat und linke Hedonismus-Theorien in sich aufnahm. Schon damals haben viele Post-Punk-Bands diesen Sound dankbar aufgenommen, die Parquet Courts sind nun Teil dieser Tradition.

Bewertung: 9/12

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