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0 Autor: Christian Wiensgol

Satanic Surfers - Back From Hell

Back From Hell

Altern im schwedischen Melodycore ist kein leichtes Unterfangen. Den Satanic Surfers gelingt es mit einem Minimum an Nostalgie und smarter Selbstreflexion.

Im Gegensatz zu ihren Weggefährten No Fun At All haben die Satanic Surfers auf ihrem Comeback-Album kein Interesse daran, alte Standards aufzuwärmen. Wenn die alte Jugendliebe schon wiederbelebt wird, dann nicht lauwarm, sondern mit neuem Feuer. Ihr erstes Album seit 13 Jahren brennt an allen Enden. Magnus Blixtberg und Max Huddén hauen sich Metal-Riffs um die Ohren, die Songs erlauben sich krude Wendungen und gewitzte Verweise auf die Vergangenheit ohne Anzeichen von Selbstkopie. Am deutlichsten wird das im kleinen Hit "Self-Medication", der sich einen Reggae-Off-Beat inklusive Sprechgesang (!) von Rodrigo Alfaro erlaubt. "Back From Hell" klingt an vielen Stellen nach Propagandhi und zu jeder Zeit nach einer Band, die mächtig Freude an der Neuinterpretation ihres Sounds hat. Um mitzubekommen, wie viel Spaß der nicht unbedingt für Albernheiten berühmte Alfaro hat, reicht die letzte Silbe von „Just Like You And I“ im starken Opener "The Usurper". Darin steckt so viel Metal-Schmalz, dass einige der bösesten Bands Skandinaviens hinterm Corpsepaint die Augenbrauen heben. Wie man richtig mit dem eigenen Erbe als Institution eines festgefahrenen, mit der Vergangenheit verknüpften Genres umgeht, zeigt "Back From Hell" vor allem textlich. Überall stecken Referenzen an die alten Tage, die Alfaro jedoch nicht für fade Nostalgie nutzt, sondern um sich mit seiner persönlichen Entwicklung der letzten Jahre auseinanderzusetzten. Das ist Melodycore mit Spannungsmomenten und Tiefe, der die Kollegen alt aussehen lässt.

Bewertung: 8/12

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