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0 Autor: Raphael Kazulke

Tesseract - Sonder

Sonder

Der Vorgänger "Polaris" war nur der Anfang. Nun schmücken Tesseract ihren Prog-Sound weiter aus und bedienen sich dafür großer Gesten und Melodien.

Der Opener "Luminary" überrascht bereits mit epischen Gesangsbögen von Sänger Dan Tompkins. Gleichzeitig reibt und zieht die Rhythmik von Schlagzeug und Gitarren angenehm vertrackt am Gesang, wodurch ein Effekt entsteht, der Tesseracts Sound so spannend macht: Die Songs kommen nie nur aus einer bestimmten Richtung, sondern flirren stets in konzentrischen Kreisbewegungen um den Hörer herum. Das folgende "King" ist mit knapp sieben Minuten nicht nur der längste Song der Platte, sondern zeigt gleichzeitig Tompkins großes Gesangsspektrum. Von furiosem Growlen bis zu sanftem Klargesang ist es oft weniger als ein Takt. Auch die instrumentale Bandbreite schöpfen die Briten maximal aus und lassen ein sich überschlagendes Schlagzeug auf wabernde Gitarren los, bis alle Energie entladen ist und nichts als ein zartes Ausklingen übrigbleibt. So etwas wünschte man sich auch beim fast zu zahmen "Orbital", das nach zwei Minuten beinahe unbemerkt vom folgenden "Juno" mit seinen brachial spacigen Stakkato-Sounds verschluckt wird, die den Soundhimmel wie kometenhafte Lichtblitze erhellen. Ein weiteres Highlight ist der Song "Beneath My Skin", der Tompkins Stimme fast geschlechtslos über den Dingen schweben lässt, während hallende Gitarren ein vorsichtig schimmerndes Echo des Gesanges aussenden und ein pulsierend groovender Beat das Fundament bildet. Dass Tesseract mit ihrem vierten Album beeindruckende Detailverliebtheit zelebrieren, beweist zusätzlich die alternative Version der zuvor veröffentlichten Single "Smile".

Bewertung: 8/12

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