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0 Autor: Martin Burger

A Place To Bury Strangers - Pinned

Pinned

Oliver Ackermann und der Krach aus dem Pedal, Teil 5 – diesmal sogar fast lieblich. Ob es an der Frauenstimme im Hintergrund liegt?

Im Ernst: Was ist das nur mit Schlagzeugerinnen, die ihren Bands neue Frische einhauchen? Sei es durch die No-Bullshit-Attitüde einer Leah Shapiro beim Black Rebel Motorcycle Club oder eben durch Lia Braswell (vorher unter anderem bei Le Butcherettes aktiv), die auf einem Großteil von "Pinned" mit Bandchef Ackermann die freudlosen Textzeilen gleichzeitig oder -wertig singt. Er gewohnt teilnahmslos und nah am Mikro, sie als geisterhaftes Wesen im Klangraum. Dass die „lauteste Band New Yorks“ im vierzehnten Jahr ihrer Karriere wieder nach hungrigen Newcomern klingt, liegt allerdings nicht nur an Braswell. Gerade durch die A-Seite zieht sich ein gewisser Minimalismus, eine beispiellose Balance zwischen Mediation und Attentat. Die Hookline in "There's Only One Of Us" hätte Ackermann früher unter drei Schichten Effektgewitter versteckt. Hier leitet sie den Song ein und taucht später mächtig wieder auf, kurz bevor das Riff zuschlägt. Mit "I Know I've Done Bad Things" verhält es sich ähnlich. Ein post-punkiger Bass beherrscht "Never Coming Back" und "Execution", "Was It Electric" schwelgt im Midtempo und endet versöhnlich. Wer nun einen Rückgriff auf Ackermanns Zeiten bei Skywave vermutet, irrt nicht komplett: Mutierte Gitarrensoli springen zwar nach wie vor aus dem Gebüsch, aber überraschender, weil unangekündigt und im Alleingang. "Pinned" ist tatsächlich die über das Label angekündigte Weiterentwicklung nach harter gemeinsamer Arbeit und wird bis Ende des Jahres garantiert noch wachsen. Selten lag ein Soundcheck so falsch.

Bewertung: 10/12

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