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0 Autor: Gerrit Köppl

Teenage Wrist - Chrome Neon Jesus

Chrome Neon Jesus

Mit dem Alternative- und Grunge-inspirierten Sound ihrer ersten Singles haben die Epitaph-Newcomer Teenage Wrist neugierig gemacht. "Chrome Neon Jesus" ist ein gutes Debüt, aber auch kein besonders starkes – dafür traut sich die Band zu wenig.

"Stoned Alone" und "Swallowed" waren die ersten Songs, die das kalifornische Trio als Stream ins Netz gestellt hatte. Vor allem "Swallowed" gehört zu den Highlights von "Chrome Neon Jesus": Teenage Wrist lassen dort lässigen 90er-Alternative-Rock mit aktuellem Emo- und Post-Hardcore-Sound kollidieren, spielen voluminöse Gitarrenriffs mit wuchtigem Schlagzeug-Unterbau, über die Frontmann Kamtin Mohager träumerisch, fast hauchend seine Melodien singt. Eine erfrischende Mischung, die erstaunlich modern klingt und am Ende mit einem effektgeladenen Solo vom Kaliber eines Tom Morello überrascht. So weit, so gut – nach dem ersten Durchlauf des Albums wird aber auch klar: Die Erwartungen waren zu hoch. Weitere Überraschungen bleiben auf "Chrome Neon Jesus" leider aus, der Song, der einen nochmal richtig vom Hocker reißt, den gibt es nicht. Teenage Wrist liefern nicht mehr, aber eben auch nicht weniger: Extrem stilsicher formen sie aus ihrem Sound einprägsame Refrains wie den des Titeltracks oder die „I do“-Hookline des darauffolgenden "Dweeb", bei "Rollerblades" oder dem abschließenden "Waitress" brummen Bass und Gitarre schön tief unter Mohagers schwärmerischen Melodien. Genau die hätten hier und da gerne schärfer ausfallen dürfen: "Chrome Neon Jesus" ist voll harmonischen Zuckers, nur die Reibungsflächen, die gerade Grunge sonst mitliefert, sparen Teenage Wrist aus. Auf Dauer ist das ein bisschen zu süß.

Bewertung: 7/12

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