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0 Autor: Martin Burger

Soccer Mommy - Clean

Clean

Soccer Mommy ist der fabelhafte Künstlername der Indiepop-Musikerin Sophie Allison. Ihr offizielles Debütalbum könnte als Soundtrack für eine Coming-of-age-Tragikomödie mit Ellen Page durchgehen.

Allison geht einen ähnlichen Weg wie Will Toledo alias Car Seat Headrest. Lange bevor ein Label auf sie aufmerksam wird, verarbeitet sie ihre Beobachtungen und ihren Herzschmerz über Bandcamp auf mehreren EPs und einem Album. Eine Zusammenfassung dieser Zeit erscheint voriges Jahr unter dem sinnvollen Namen "Collection" und macht tatsächlich Lust auf mehr. Mit einer kleinen Band im Rücken, die aber nicht durchgehend beschäftigt ist, schwankt Allison nun zwischen dem Schlafzimmer-Pop ihrer Anfänge und Indierock für Gefühlsmenschen. Immer wenn das so ergreifend und wundervoll gesungen wie in "Still Clean" ausfällt, möchte man sich beschämt abwenden wegen des Gefühls, ihre intimsten Gedanken unfreiwillig aufgeschnappt zu haben. In der Folge wird sie zum Glück extrovertierter: Den LoFi-Bissen "Cool" lässt sie lässig ausleiern, und in "Your Dog" rutscht ihr sogar mehrfach ein „fucking“ raus, als könne sie sich nicht entscheiden, ob sie dem Ex hinterher trauern oder schulterzuckend weitermachen soll. Denn sie ist doch abends im Stadtpark verabredet mit dem netten Typen, dem sie neulich dieses Lied über ihre Herkunft aufgenommen und etwas verlegen überreicht hatte. „Wildflowers don't grow in the city“, wollte sie ihm klarmachen, und „I wanna be who I wasn't“. Abgespielt werden sollte es dann, wenn die beiden zum Nachthimmel am Übergang von Waage zu Skorpion aufblicken würden. Vielleicht könnte daraus ja ein neuer, entwaffnend ehrlicher Song erwachsen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.0/12

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