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0 Autor: Daniel Welsch

The Vaccines - Combat Sports

Combat Sports

Nach der quietschbunten und psychedelischen Neuerfindung "English Graffiti" vor drei Jahren kehrt die Band auf ihrem vierten Album zum Malen-nach-Zahlen-Indierock zurück.

Der NME nannte The Vaccines einst „die Rückkehr der großen britischen Gitarrenmusik“, weil die Band aus London perfekt ins Beuteschema des Musikmagazins passte: bleiche junge Männer in Lederjacken und Röhrenjeans. Aber schon drei Jahre bevor der NME seine letzte Ausgabe druckte, hatten The Vaccines keinen Bock mehr auf diese Rolle. Auf "English Graffiti" durften Produzent Dave Fridmann (The Flaming Lips, MGMT, Tame Impala) und Cole M. Greif-Neill (Ariel Pink's Haunted Graffiti) den wenig originellen Indierock der beiden Vorgänger aufmischen, das Ergebnis war ein überdrehtes und buntes Indiepop-Kaleidoskop – und das bisher beste Album der Band. The Vaccines sehen das allerdings anders: Schlagzeuger Pete Robertson verläßt nach "English Graffiti" die Band und wird durch Yoann Intonti ersetzt, auch Sänger Justin Young äußert sich heute skeptisch über die Experimente des Albums – und kündigt für "Combat Sports" eine Rückkehr zum Rock’n’Roll an. Als hätte es den Vorgänger nie gegeben, schließt das vierte Album nahtlos an die ersten beiden Alben "What Did You Expect From The Vaccines" und "Come Of Age" an. Das Ergebnis ist souveräner Indierock nach Schema F, der mal hymnisch ("I Can’t Quit"), mal hektisch ("Nightclub") klingt – aber immer sofort ins Ohr geht. Genauso schnell ist er aber wieder vergessen. Denn mit den Experimenten von "English Graffiti" haben The Vaccines auch den Anspruch aufgegeben, anders klingen zu wollen als die anderen bleichen Männer in Lederjacken und Röhrenjeans. Schade.

Bewertung: 5/12

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