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0 Autor: André Bosse

Buffalo Tom - Quiet And Peace

Quiet And Peace

Indierock wie aus der Zeitmaschine – Buffalo Tom machen nach sieben Jahren Pause wieder ein Album.

Boston war in den 90ern ein perfekter Ort für lauten College-Rock: die Pixies und die Lemonheads, Belly und die Throwing Muses – alle stammen sie aus Boston und Umgebung, spielen eine Art von Gitarrenrock, die sich von Punk inspirieren ließ, aber auch auf große Melodien setzte. Buffalo Tom waren damals Teil der Szene, das Trio erfüllte die Rolle der handwerklich besten Band, die – der Gruppenname sagt es schon aus – sich stärker als die Mitbewerber am großen Americana-Rock der 70er orientierte, vor allem an Buffalo Springfield. Die frühen Platten klangen rau, aber schon Ende der 90er begann das Spätwerk: Die Alben erschienen nun weitaus seltener, der Fokus lag weniger auf Krach als auf Songs, die sich der Weite der Landschaft und den Untiefen der menschlichen Beziehungen widmen – und dementsprechend nachdenklich klangen. "Quiet And Peace" ist die erste Platte nach sieben Jahren Pause, die größte Veränderung ist, dass Bassist Chris Colbourn häufiger als früher singt. Das ist ein wenig schade, weil Gitarrist und Hauptsongwriter Bill Janovitz über die bessere Stimme verfügt: Zu seinem angekratzten Gesang baut man schneller eine Beziehung auf. Erstaunlich, dass Janovitz in den besten Momenten wie Eddie Vedder ohne dessen missionarischen Eifer klingt. "All Be Gone" klingt zum Auftakt wie eine perfekte Pearl-Jam-Single fürs Radio, "Freckles" erinnert dazu an die frühen Counting Crows, die zu Beginn ihrer Karriere eine fabelhafte Band waren. Am Ende covern Buffalo Tom Simon & Garfunkel – auch das gelingt ihnen, nie klang "Only Living Boy In New York" sehnsüchtiger.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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