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Django Django - Marble Skies

Marble Skies

Das verflixte dritte Album! Django Django lassen die Chance verstreichen, sich von sich selbst zu emanzipieren. Stattdessen landen sie im Studio mit Jan Hammer.

Viel los im Opener des dritten Albums von Django Django. Nun, das war auf den Vorgängern auch schon so, nur haben die Schotten darauf nicht so hemmungslos die 80er geplündert wie hier. Wer die ersten Takte loopt, kann zu "Marble Skies" jedenfalls problemlos „deine blauen Augen“ schmettern. Doch halt, das führt auf die falsche Fährte, denn Django Django machen nach wie vor die slickste Indiedisco jenseits des Kanals. Was an "Marble Skies" auch auffällt, sind die Gastbeiträge. Im zweiten Song "Surface To Air" etwa überlassen Django Django den Gesang Rebecca Taylor von Slow Club. Ihre Gesangsmelodie verleiht dem Song etwas Indisches, womöglich die Folge eines Besuchs, den drei Viertel von Django Django absolvierten. Taylor ist nicht der einzige Gast: Am Schlagzeug sitzt Anna Prior von Metronomy und in "Sundials" ist Jan Hammer zu hören. Genau, der Miami Vice-Hammer. So schließt sich der Kreis zum Opener, denn mehr 80er als Sonny Crockett und Ricardo Tubbs geht nicht, und Django Django retten sich nur deshalb halbwegs aus dieser Retro-Referenz-Hölle, weil sie sich auf den außerweltlichen Gesang von Gitarrist Vincent Neff verlassen können. So plätschert "Marble Skies" mal vor sich hin wie in "Champagne", mal schließt es wie in "Tic Tac Toe" an die überdrehten Western-Songs an, die das Debüt der Band so erfrischten – nur dass das eben sechs Jahre her ist. Es fehlt der rote Faden, der aus "Marble Skies" mehr macht als die Single-Sammlung einer talentierten Band, die auf der Suche nach sich selbst ist.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 7.0/12

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