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0 Autor: Sebastian Berlich

Employed To Serve - The Warmth Of A Dying Sun

The Warmth Of A Dying Sun

Employed To Serve suchen auf ihrem zweiten Album Trost im Niedergang und finden dabei immerhin zu einer neuen Struktur in ihrem nervösen Metalcore.

Dass die notwendig war, lag nach ihrem überzeugenden, aber nicht überragenden Debüt "Greyer Than You Remember" auf der Hand. Dabei eröffnet "The Warmth Of A Dying Sun" sogar mit einem Trio aus ebenso chaotischen wie wuchtigen Stücken, die die Lehren von Kollegen wie Converge oder Norma Jean erkennbar verinnerlicht haben. Takte überschlagen sich, Rhythmus und Gitarre arbeiten nicht selten gegeneinander, und Sängerin Justine Jones gibt sich dazu gewohnt gallig, bis mit "Lethargy" ein erster Wechsel in Sachen Dynamik erfolgt. Von diesem Punkt aus wagen Employed To Serve unterschiedliche Experimente, von denen das mit Klargesang und deutlichen Postrock-Einflüssen aufwartende Finale "Apple Tree" der offensichtlichste Stilbruch ist. Doch auch der elegische, mit Prog liebäugelnde Titeltrack oder das groovende, mit einer einprägsamen Hook aufwartende "I Spend My Days (Wishing Them Away)" zeugen von einer stärkeren Lust an der Differenzierung, die den einzelnen Stücken trotz einheitlicher Atmosphäre ein klares Profil verleiht. Analog zum musikalischen Aufbrechen klaustrophobischer Klangräume versuchen auch Jonesʼ Texte, den eigenen, negativen Denkmustern zu entkommen, obwohl noch immer Platz für Zeilen bleibt wie "I donʼt know what I want to do today or for the rest of my life". Keine Frage, "The Warmth Of A Dying Sun" ist keine Kehrtwende und erst recht kein Soundtrack für Motivationsseminare, aber eine Platte, die ein zuvor angedeutetes Potential gekonnt entfaltet.

Bewertung: 8/12

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