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0 Autor: Juliane Kehr

Papa Roach - Crooked Teeth

Crooked Teeth

Papa Roach haben schon schlechtere Alben gemacht, aber man hackt sich ja auch nicht die Hand ab, damit der Kratzer am Arm nicht mehr so schlimm aussieht.

Nach ihrem Über-Debüt "Infest" schlugen die Kalifornier erst nur andere, dann zunehmend fragwürdige Wege ein. Die Abkehr vom Nu-Metal schien besiegelt, nun rappt Frontmann Jacoby Shadixx im Opener "Break The Fall" plötzlich zu harten Gitarrenriffs und eröffnet das neunte Studioalbum mit einem Song, wie ihn Linkin Park zu "Meteora"-Zeiten nicht schöner hätten schreiben können. Das darauffolgende "Crooked Teeth" hat mehr Biss, als der Titel vermuten lässt, und profitiert von punkigen Drums und der druckvollen Produktion der Platte. Danach driften Papa Roach aber in die Seelenlosigkeit ab, und "Crooked Teeth" wird zur Nu-Metal-Zombie-Parade. Die Mitarbeit von Songwriter und Produzent Jason Evigan, der schon Maroon 5 und Jason Derulo fürs Radio glattgebügelt hat, hilft dabei wenig. Inklusive Bonussongs liefert die Band mit leichten Abweichungen 13 Songs nach Schema F ab: Auf das großspurige und meist vielversprechende Intro folgt der Rap- oder Gesangspart, optional angereichert durch Background-Chöre, bevor der aus den gefühlt immer gleichen drei Tönen bestehende Refrain folgt. Der zweite Teil der Hookline sollte dabei unbedingt wiederholt werden, wahrscheinlich weil die Gitarren sonst nicht rechtzeitig für ihren ausbrechenden Riff-Part wieder wach und einsatzbereit sind. Eben wegen dieser druckvollen Riffs werden auch die neuen Songs live gut funktionieren. Musikalisch aalglatt und textlich nur schwach an der Oberfläche kratzend, ist das einzig Kantige an "Crooked Teeth" das Gebiss des armen Jungen auf dem Cover.

Bewertung: 4/12

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