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0 Autor: Matthias Möde

Russian Circles - Live At Dunk!Fest 2016

Live At Dunk!Fest 2016

Nach über zehn Jahren veröffentlichen Russian Circles ihr erstes, richtiges Live-Album: "Live At Dunk!Fest 2016" ist trotzdem nur eine Randbemerkung in ihrer beeindruckenden Alben- wie Live-Laufbahn.

Nach der Tour ist vor der Tour, das gilt für die Post-Metal-Band aus Chicago schon immer. So kann "Live At Dunk!Fest 2016" nur zwischen zwei Touren erscheinen und müsste eigentlich das fehlende Puzzleteil in der grandiosen Diskografie von Russian Circles sein, die bislang eine EP, ein paar Singles, Splits und halboffizielle Live-Alben sowie fünf Studioalben umfasst. Letztere sind in den neun Tracks von "Live At Dunk!Fest 2016" alle mit mindestens einem Song vertreten. Das Live-Album, das Russian Circles beim belgischen Post-Rock-Festival aufgenommen haben und das über dessen Label auf Vinyl (auf 1.000 Exemplare limitiert) und digital erscheint, spiegelt also ihre gesamte Karriere wider, kann ihr aber nicht den Spiegel vorhalten. Der Sound kommt nie an den der Studioalben heran, zudem umfasst ein Live-Album stets nur einen Teil eines Konzerterlebnisses; bei einer Band wie Russian Circles fällt das umso mehr ins Gewicht. Selbst wenn die seltenen schönen Momente wie in "Afrika" und dem grandiosen "Mladek", das sich mit Erhabenheit aufbaut, um dann in eine Riff-Abwärtsspirale abzudriften, auch hier funktionieren, und "Youngblood" vom Debütalbum "Station" (2008) einen Sog entwickelt, fehlt vieles. Etwa die stoische Gelassenheit von Gitarrist Mike Sullivan, während er "Youngblood" mit Loops und Riffs steuert. Oder einfach der massive, mechanische und umwerfende Live-Sound von Russian Circles, von dem "Live At Dunk!Fest 2016" nur einen blassen Eindruck liefert.

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