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0 Autor: Vivien Stellmach

Kosmonovski - Augen zu und Furcht

Augen zu und Furcht

Ein neunköpfiges Indiepop-Kollektiv macht keinen Hehl aus den seelischen und körperlichen Herausforderungen seiner Mitglieder. Kosmonovski bieten ihren Handicaps mit einem zappeligen Album die Stirn.

"Augen zu und Furcht" klingt wie ein trotzig schlauer Songtitel von Muff Potter, im Song "Nicht von gestern" kommt man auch musikalisch nicht mehr daran vorbei, Parallelen zwischen den beiden Bands aus Rheine zu ziehen. Richtig gelesen: Auch Kosmonovski kommen aus der historischen Stadt an der Ems. Einen Katzensprung weiter östlich liegt bekanntlich Ibbenbüren, die Heimat der Donots. Die unterstützen Kosmonovski nach Kräften: Bereits 2015 nahmen die Punkrocker sie ein Stück auf ihrer Karacho-Tour mit, Sänger Ingo Knollmann schrieb die Bandbiografie und Gitarrist Guido Knollmann lieh dem wütenden Song "Kleines Plädoyer" seine kratzige Stimme, der politisch rechtsorientierte Menschen an den Pranger stellt. Das bereits erwähnte "Nicht von gestern" klingt ein bisschen wie eine Mischung aus den beiden Muff-Potter-Songs "Von wegen" und "Western von gestern". "Wir sind doch alle nicht von gestern, wir sind doch alle nicht mehr neu", sprechsingt Frontmann Holger Denninger darin wie ein junger Nagel. Die treibenden Gitarren in "Nie mehr" könnten auch von Captain Planet oder Pascow stammen, und im Titeltrack steckt eine gute Portion Wir Sind Helden. Die Synthies im Refrain lassen kurz an deren Denkmal denken. Die übrigen Songs zappeln schrullig durcheinander, nur der Opener "Echo" wäre ohne die fiependen Elektro-Klänge vielleicht besser dran gewesen. Denningers raue Stimme klingt in allen neun Songs sehr angenehm. Ein tolles Debüt einer starken Band.

Bewertung: 8/12

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