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0 Autor: Jonas Grabosch

Mando Diao - Good Times

Good Times

Der Abgang ihres Sängers Gustaf Norén hinterlässt eine Lücke bei Mando Diao, die die Schweden clever als Inspiration nutzen. "Good Times" flirtet zuerst mit dem Drama und dann mit dem Optimismus.

Als Mando-Diao-Fan hatte man es in den letzten Jahren nicht leicht. Erst die Gustav-Fröding-Platte auf Schwedisch, dann der Disco-Bauchklatscher "Ælita" auf Außerirdisch, und jetzt ist auch noch der eine Sänger weg. Gustaf Norén seilte sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Bandcamp ab und ließ Björn Dixgårds Reibeisenstimme übrig. Die beginnt das neue Album mit einer bis an die Zähne bewaffneten Pianoballade und verspricht: „They won't break us!“. Es gehört zu den Stärken von Mando Diao, dass sie solche Momente gleichzeitig todernst und so theatralisch wie möglich angehen, und deswegen ist "Good Times" eins von den guten alten Hurra-wir-leben-noch-Alben geworden, die in den letzten 20 Jahren etwas aus der Mode gekommen sind. Manche behaupten ja eh, die Band sei immer dann am besten, wenn sie genüsslich die Vergangenheit plündert, doch diesmal ist es vor allem die eigene. "Watch Me Now" und "All The Things" arbeiten sich einmal mehr an Mando Diaos Arschtrittformel für die Indiedisco ab, "Brother" und "Dancing All The Way To Hell" bringen den merkwürdigen Swagger mit, den "Give Me Fire!" so erfolgreich nach Schweden importiert hat. Angeblich soll das Album eine ganz bewusste Feier der schönen Seiten im Leben sein, man kann es allerdings auch so hören, wie Norén es demnächst wahrscheinlich hören wird: als Torjubel eines Fußballspielers, der sich dabei den Zeigefinger an die Lippen legt, weil ihm die gegnerische Mannschaft nach wie vor etwas bedeutet.

Bewertung: 8/12

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