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0 Autor: Matthias Möde

The Black Angels - Death Song

Death Song

Das verfluchte vergangene Jahr soll Mitschuld tragen: Der einzigartige 60s-Psychedelic-Rock der Black Angels klingt auf dem fünften Album zum Teil ungewohnt laut und niederschmetternd.

Während sich die Kritik auf dem Vorgänger Indigo Meadow vor allem auf den Song Don’t Play With Guns und damit auf die verantwortungslose Waffenpolitik der USA konzentrierte, kommen auf Death Song immer wieder kritische und laute Töne auf. Eine Protesthaltung, die sich ganz automatisch eingeschlichen habe, so die Band, weil die elf Songs zu einem großen Teil rund um die letzte US-Wahl entstanden. Das erste Album seit vier Jahren und das erste bei Partisan bleibt alles in allem zwar bei den bereits bekannten Stärken – in Hall gekleideter, schummriger 60er-Psychedelic-Sound aus Fuzz-Gitarren, Orgeln und monotonen Rhythmen –, bricht aber hin und wieder aus der exzellent benebelten Beiläufigkeit aus. Medicine ist mit seinem pumpend-scheppernden Beat und der schillernden Orgel ein Beispiel dafür. Der Opener Currency ein weiteres: In eine bedrohliche Atmosphäre mischen sich aussichtslose Zeilen über Geld und ein System, das sich selbst an die Wand fährt. „There’s no truth in who we trust“, heißt es beispielsweise oder „One day it’ll all be over/ One day it’ll be gone“, dann sägen die Fuzz-Gitarren los, bestimmter und wütender denn je. Rund 49 psychedelische, wie tragische Minuten enden mit dem sechsminütigen, schleppenden letzten Song dann noch mal richtig niederschmetternd: „I’m travelling upside down into a world of the unknown“, heißt es unter anderem im Life Song, der vom Sterben handelt: „I see you on the other side.“ Ganz so schlimm und schnell wird das hoffentlich nicht sein.

Bewertung: 8/12

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