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0 Autor: Matthias Möde

The Black Angels - Indigo Meadow

Indigo Meadow
  • VÖ: 05.04.2013
  • Label: Blue Horizon/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 241

Mit ihrem vierten Album lichtet sich der 60er-Jahre-Drone-Drogen-Dunst der Black Angels ein wenig. Wirklich verstehen kann man die Band aus Austin/Texas aber immer noch nicht.

Das liegt natürlich auch daran, dass wir das Jahr 2013 schreiben, die Black Angels aber nach wie vor etwa 40 Jahre in der Vergangenheit leben. Und zwar dort, wo die Orgeln psychedelisch leiern, die Gitarren übersteuern, die Stimmen LoFi klingen, die Verstärker und Platten noch herrlich knistern und knarzen und man zum Frühstück Pilze isst – gleich nach dem ersten Joint. Gut, so ganz stimmt das nicht (mehr), das macht schon die Single "Don’t Play With Guns" deutlich, die Leute von heute mit der laxen Waffenpolitik der USA konfrontieren soll. Wir sehen ein: Die Band, die nach dem Abgang von Gitarrist Nate Ryan zum Quartett geschrumpft ist, weiß noch, aus welchem Bundesstaat sie kommt, und ihnen ist es – trotz Nebelschwaden auf dem Cover – nicht völlig egal, dass in ihrer Heimat jede Menge Chrom über die Straße läuft. „Now Josephine, she was a loner/ Her fortress of incredible lies/ Her problems are now your problems/ I hide a gun until the day she dies“, heißt es ziemlich eindeutig in "Don’t Play With Guns", das schon im Titel und im fast kindisch gesungenen Refrain seine Botschaft transportiert. Kompliziert wird es erst, wenn The Black Angels den Song erklären: Die Antagonistin des Songs besitze die Macht, einen Mann zu manipulieren, sagen sie. O-kay. Wie auch immer – uns bleibt die Musik, die in allen 13 neuen Songs wahrhaftig zeitlos ist und so viel Drive und Zug besitzt wie selten zuvor, so dass "The Day" und "You’re Mine" fast unpsychedelisch nach 60s-Rock klingen.

Bewertung: 9/12

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