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0 Autor: Michael Setzer

Helmet - Dead To The World

Dead To The World

Heimwerkerkönig mit Brett vor dem Kopf – Page Hamilton schlägt die Nägel selbst in den Sarg, der einst Helmet war. Von innen.

Sollte tatsächlich der Weg das eigentliche Ziel sein, sind Helmet mittlerweile auf der Durchreise zum letzten Eigenheim. Irgendjemand wirft Blumen in die Grube und nichts daran ist schön. „All news is bad news“, singt Hamilton und es braucht keinen durchtrainierten Zyniker, das Ding mit Fallrückzieher reinzumachen. Hamilton ist in dem Verein angekommen, in dem ein Mittfünfziger jungen Rackern erklärt, dass Social Media und die Kardashians irgendwie nicht „real“ sind. Mit dem Adrenalinkick eines zähen Abitreffens versucht Hamilton ums Verrecken, den alten Geist zu beschwören: die Beatles, die Galle, den Noiserock und – ja, super Idee – die vordergründig spröde Helmet-Rhythmik. In "Red Scare" geht das einigermaßen auf, "Life Or Death" erscheint wie ein guter Mittelweg und "I Love My Guru" trotz amüsanter Barkmarket-Schrulle wie ein erzwungener Kompromiss. Doch im kraftlosen "Bad News" wird das Drama offensichtlich: Die Messlatte liegt längst derart tief, dass auch eine mittelgeile Helmet-Coverband über sie springen könnte – als hätten Helmet sich selbst nie verstanden. Hamilton sucht annähernd in Echtzeit nach Melodien, Inspiration, sinnvollen Zeilen und nach einem Lied, das über eine theoretisch gute Idee hinauswächst, die nicht an sich selbst scheitert. Diese Tragik gipfelt in "Green Shirt", einer Ohnmachtsdemonstration zwischen dem örtlichen Pfadfindermusical, "God Gave Rock'n'Roll To You" von Argent und völliger Orientierungslosigkeit – als hätte man Kartoffelsalat am Ohr hängen und niemand würde einen darauf hinweisen.

Bewertung: 4/12
Leserbewertung: 4.7/12

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