Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Carsten Sandkämper

Crippled Black Phoenix - Bronze

Bronze
  • VÖ: 04.11.2016
  • Label: Season Of Mist/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 284

Die Band um den Multi-Instrumentalisten Justin Greaves hat ihre pechschwarze Mischung aus Dark-, Post- und Progrock neu ausformuliert. Lebensbejahende Musik klingt anders.

In einer Atmosphäre globaler Ungewissheit über die nähere Zukunft, bleibt Greaves die Aussage „All the answers will lead to more questions“. Vielleicht wäre diese Aussage in "Rotten Memories" der bessere Plattentitel gewesen. Er hätte die Verunsicherung symbolisiert, nach der "Bronze" klingt. Zum einen lebt Greaves weiterhin seine bedingungslose Liebe zu psychedelischen Vorbildern wie Pink Floyd aus, andererseits nimmt immer öfter eine gewisse abgründige Stoner-Mentalität von ihm Besitz. Was jedoch auf "White Light Generator" noch einen gewissen Ausgleich erfahren hatte, kippt auf dem fünften Studioalbum der Band vollends in Dunkelheit. Greaves scheint all seine persönlichen Kämpfe gegen Depression in diese Platte eingraviert zu haben. Diesen Grundton von Traurigkeit, der ein Bild von öden Landschaften heraufbeschwört, muss man mögen, um Bronze ertragen zu können. Eine Gratwanderung, die spätestens im trostlosen "Goodbye Then" die Spreu vom Weizen getrennt haben müsste. Das dann folgende "Turn To Stone" steckt knietief im hymnischen Glamrock der 70er, dass man sich kurz veralbert fühlt. Doch auch diese Rückwärtsgewandtheit ist Teil des Koordinatensystems, in dem sich Crippled Black Phoenix bewegen. In "Scared And Alone" bekommt der „black dog“, die Verkörperung von Greaves’ Gemütszustand einen eigenen Moment und mit Belinda Kordic eine eigene Stimme – in den stärksten neun Minuten dieses niederschmetternden Albums. Das hier ist nichts für Frohgemüter.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.