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0 Autor: Katharina Raskob

Tiger Lou - The Wound Dresser

The Wound Dresser

„I am home“ singt Rasmus Kellerman in "Homecoming #2" voller Inbrunst. Und genauso auf Nummer sicher klingt "The Wound Dresser" auch.

Dabei hatten Tiger Lou sich so lange Zeit gelassen. Acht Jahre sind seit "A Partial Print" vergangen. Damals war der Herbst noch ein echter Herbst statt hitzigem Spätsommer und die Schweden lieferten den perfekten Soundtrack, um synchron zu ihren musikalischen Haken den Pfützen auszuweichen. Die Arrangements waren in ein facettenreiches Prog-Gewand gehüllt, das sich nahtlos in das Erbe von Steven Wilson einfügte, ohne dabei Gefahr zu laufen, in muckerhafte Solo-Dudelei abzudriften. "The Wound Dresser" schlägt eingängigere Pfade ein. Schon die Vorab-Single "Leap Of Love" ebnet den Weg Richtung Pop und bereitet darauf vor, dass neuerdings Synthie-Landschaften den Großteil des Sounds dominieren. Klar, vertrackte Schlagzeug-Rhythmen stehen auch immer noch auf dem Programm, aber sonst zeigen sich Tiger Lou deutlich geradliniger. Mit "Homecoming #2" findet sogar ein Radio-Hit Platz, der sich, ohne aufzufallen, in den U2-Backkatalog einfügen könnte. Zum Glück bleibt das eher die Ausnahme. Bei dem gut sechsminütigen "So Many Dynamos" laufen die Schweden sogar zu alter Hochform auf. Sie gönnen sich längere Instrumentalparts, die sich unter gesanglicher Lautmalerei zu einem mystischen Mantra erheben, das durch seine ständige Wiederkehr an das experimentelle "I Will Possess Your Heart" von Death Cab For Cutie erinnert. Trotzdem berühren zu wenige der Songs mehr als oberflächlich und verschwimmen so zu angenehmer, aber banaler Hintergrundmusik. Um es mit Kellermans eigenen Worten zu sagen: „Too little, too little, too late“.

Bewertung: 6/12

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