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Gojira - Magma

Magma

Nach fünf Alben verbannen Gojira den Djent in eine Nebenrolle – auf einem post-metallischen Hypnose-Brocken.

Der fängt am Ende an: Das beiläufige Akustikgitarren-Picking und die Bongos in "Liberation" spiegeln zwar in keiner Weise den Sound von "Magma" wieder, dafür aber den Vibe. Der abgehackte, technische Death Metal früherer Tage ist für Gojira heute nur noch ein Ausdrucksmittel unter vielen, über allem steht eine hypnotische Konzentration. Welche Klangfarbe die Post-Metal-Mantras ausmalt, scheint Nebensache zu sein. Insofern ist das sechste Album der Franzosen eine konsequente Fortsetzung des Vorgängers "L'Enfant Sauvage", der auch schon im Djent-Stakkato einer stimmigen Atmosphäre nachspürte. Mit "Magma" haben Gojira sich nun freigespielt: Die dissonante Riffing-Attacke von "The Cell" geht auf in einem hymnisch-melodischen Metal-Refrain, ins Groove-Metal-Riffing von "Stranded" kreischen schrill-synthetische Gitarren-Spitzen, bevor der Song über einen marschierenden Groove in elegischen Gebetsgesang mündet. Dem Interlude "Yellow Stone" gelingt gar der Spagat zwischen Sabbath-Lavariff, Cliff Burtons "Anesthesia"-Basssolo und einem Post-Metal-Plateau. Und "Low Lands", ein kilometerhoher Post-Metal-Rundflug, demonstriert: Die Grundstimmung bleibt auf "Magma" düster und lauernd, die Songs selbst aber gehen zwischen den Metal-Akzenten oft luftig und ätherisch auf. Wie Mastodon tauschen Gojira erfolgreich Härte gegen Musikalität. Gut so: Als beste aller Meshuggah-Epigonen waren sie fast verschwendet.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 11.0/12

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