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Wolfmother - Victorious

Victorious

Andrew Stockdale wollte den Spirit des Wolfmother-Debüts aufleben lassen. Es ist ihm nicht ganz gelungen.

Es war eine Überraschung, als ohne Vorwarnung satte fünf Jahre nach "Cosmic Egg" das dritte Album von Wolfmother plötzlich via Bandcamp erschien. Dabei irritierte "New Crown" ein wenig, denn es hatte in vielen Songs waschechten Demo-Appeal und geradezu punkigen Schnellschusscharakter. Ironischerweise würde man sich ein Quäntchen davon auch für "Victorious" wünschen. Der zunächst veröffentlichte Titelsong lies Vorfreude aufkommen. Da war alles vorhanden, was man an Wolfmother lieben kann: ein mitreißendes Arrangement, einprägsame Riffs und noch ein paar mehr Riffs, dicke Drums und Stockdales Geheul zwischen Ozzy Osbourne und Jack White. Auch das folgende "Gypsy Caravan" transportierte viel vom Spirit des jetzt elf Jahre alten Debüts. Aber dann kam "Pretty Peggy", ein Song bei dem Stockdale (und seine Studiomusiker) eine Wandlung zum bittersüßen Mumford & Sons-Folk machen, vollgepackt mit der notwendigen Käsigkeit, um noch jeden Werbeclip und jede Kuppel-Show passend zu untermalen. Und während Stockdale seine simple Lyrik sonst unter lauten Gitarren begräbt, schmachtet er hier zu Chören, Banjo, Piano und Gepfeife dünne Zeilen wie: „Roses are red/ Violets are blue/ I will take them all and give 'em to you“. Da musste Finanzstratege Stockdale sicher ein Freudentränchen verdrücken – kann er seine Songs jetzt nicht nur im "Hangover"-Franchise sondern auch in der nächsten RomCom unterbringen. Das ebenfalls akustische "Best Of A Bad Situation" ist glücklicherweise weniger käsig, der rockige Rest drumherum Wolfmother-Standard – etwas zu poliert von Brendan O'Brien in Szene gesetzt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.4/12

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