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0 Autor: Daniel Welsch

Martin Courtney - Many Moons

Many Moons

Niemand singt so gelassen von Rastlosigkeit wie der Frontmann von Real Estate. Seinen sanften Indierock variiert er ohne seine Kollegen nur in Nuancen.

2015 ist ein gutes Jahr für Fans von Real Estate, obwohl die Band aus New Jersey gerade pausiert. Denn gleich drei Mitglieder veröffentlichen Soloalben, die sich musikalisch nicht allzu weit vom verträumten und melodieseligen Indierock der drei Alben von Real Estate entfernen. Den Anfang machte im Juli Gitarrist Matt Mondanile mit seinem fünften Ducktails-Album "St. Catherine", im Oktober ziehen nun erst Bassist Alex Bleeker mit "Country Agenda" sowie Martin Courtney nach. Passend zur grünen Idylle auf dem Albumcover von "Many Moons" hat der Sänger und Gitarrist seinen gewohnten Sound um einige hippieske Folk- und Psychedelia-Elemente erweitert – besonders deutlich hört man das beim instrumentalen Titelstück mit Querflöte und behaglichem Streicherbett. Zum Glück singt Martin Courtney nicht von Feen, Elfen und Waldschraten, sondern über Flughäfen, Highways und andere Orte der Rastlosigkeit, die vermuten lassen, dass viele der zehn Songs auf Tour entstanden sind. Die Hektik dieses Lebens wird zwar thematisiert, beeinflusst die Atmosphäre des Albums aber nicht. Das Tempo bleibt gemächlich, die Stimmung gemütlich – darin spiegelt sich die Sehnsucht nach jener heimeligen Geborgenheit wider, die Courtney in "Northern Highway" oder "Airport Bar" besingt. Ein weiterer Unterschied zu Real Estates letztem Album "Atlas" sind die zwar unaufdringlichen, fast kammermusikalischen Arrangements, die an einigen Stellen an Nick Drakes kunstvolles Debütalbum erinnern. Nicht die schlechteste Assoziation.

Bewertung: 8/12

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