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0 Autor: Sebastian Berlich

Gold - No Image

No Image

Ihr Bandname ist auf Golds zweitem Album das Einzige, was Glanz und Glamour verströmt. Der Rest ist dreckig, dunkel und hochspannend.

Es dröhnt, es rauscht, und es knackt auf "No Image". Contemporary Rock nennt die Band das, und trotz zahlreicher Zitate aus dem Fundus der Rockgeschichte hat sie vermutlich recht. Egal, welche Genre-Assoziation der jeweilige Song hervorruft, immer möchte man sie mit der Vorsilbe "Post-" versehen. Thomas Sciarone, Gitarrist und Mitbegründer der Band, hat sich als Teil der Okkult-Rocker The Devil's Blood, mit deren dionysischer Fröhlichkeit Gold wenig gemein haben, bereits zur Genüge in der Vergangenheit ausgetobt. Ihr zweites Album vermittelt den Eindruck, als würden die Menschen dahinter an gar nichts glauben, nicht einmal an den Teufel. Dementsprechend kann man im Klangbild von "No Image" sämtliche Nihilisten-Genres erkennen, von Postpunk über Black Metal und No Wave bis zu Noise und Drone. Gestützt wird der finstere Eindruck von der analogen Produktion, die Gold angemessen ruppig klingen lässt. Ein Stück wie "Old Habits" hätte in den Händen einer konventionellen Band leicht ein dämlicher Rockstampfer werden können, hier bestimmen jedoch stoisch wiederholte Riffs und ritueller Sprechgesang einen Song, der in ein Solo mündet, das klingt, als hätte sich das Tonband im Abspielgerät verheddert. Sängerin Milena Eva gibt sich generell Mühe, den teils enorm eingängigen Melodien mit dem notwendigen Understatement gegenüber zu treten. Dadurch vermeiden Gold, dass sich ihre düstere Musik als Klischee oder übertriebene Pose entlarvt, selbst wenn das Songwriting an einzelnen Stellen noch Luft nach oben bietet.

Bewertung: 8/12

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