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0 Autor: Sascha Krüger

Chris Cornell - Higher Truth

Higher Truth

Der Solovorgänger Scream mit seinem eigenartigen und missglückten Pop-HipHop-Mix war nur ein Ausrutscher. Denn jetzt kommt Cornell so klassisch daher wie noch kein Mal zuvor.

Jemandem, der seit über drei Jahrzehnten Musik macht, mag man es nachsehen, wenn er sich mal in neuen Kontexten ausprobieren möchte. Trotzdem klang Cornells Studio-Kollaboration mit dem 2009 superheißen HipHop-Mogul Timbaland außerordentlich fad, gewollt und unnatürlich. Das mag auch an den eigenen Hörgewohnheiten liegen – Cornells unverkennbare Stimme ist in den Musikrezeptions-Stammzellen einfach mit Rockmusik verbunden. Deutlich besser funktioniert nun Cornells neuer Weg, der bereits in den ersten Tönen seines vierten Soloalbums anklingt: Die bestehen nur aus einer gezupften Ukulele, zu der kurz darauf sein auf diesem Album angenehm unknödeliges Organ tritt. Im weiteren Verlauf öffnet sich der Opener "Nearly Forgot My Broken Heart" dann zusehends für die volle Instrumentierung, bleibt dabei aber größtenteils akustisch und wirkt zu keinem Moment überfrachtet. Nach diesem Muster funktionieren die meisten der 13 Songs: Stimme und Gitarre oder Piano eröffnen, irgendwann kommen E-Gitarre, Bass, ein paar Streicher oder ein grooviger Drum-Loop dazu und geben dem Ganzen eine sanfte Pop-Note. Doch im Mittelpunkt steht stets ein gut komponierter Song, Cornells Stimme mit für ihn typischen Melodielinien, sowie – und das ist wirklich neu – äußerst private Lyrics, die den Hörer mehr über ihn erfahren lassen, als auf allen Soundgarden-Platten zusammen. Damit wird Higher Truth zu Cornells bislang persönlichster Veröffentlichung.

Bewertung: 8/12

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