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0 Autor: Florian Zandt

Neck Deep - Life's Not Out To Get You

Life's Not Out To Get You

Wie viel Pop verträgt Punk bevor es zu käsig wird? Neck Deep geben darauf eine durchaus passable Antwort, obwohl die Engländer öfter gefährlich nah an der Grenze entlang schlittern. Dem entgegen hält die Band ein immenses Melodieverständnis und ansteckenden Optimismus.

Set Your Goals, The Story So Far und wie sie alle heißen: Moderner Pop-Punk ist ein erstaunlich amerikanisches Phänomen. Das mag durchaus daran liegen, dass der Ausbruch aus und die Auseinandersetzung mit den drögen Suburbs schon seit den 80ern der Ausgangspunkt vieler Ami-Punk-Bands ist. Neck Deep kommen aus England, beherrschen das Wechselbad aus verklärter Nostalgie und dem Blick nach vorne aber genau so gut wie ihre Kollegen aus den USA. Äußerst galant changiert die Band beispielsweise in "Gold Steps" zwischen Gangshouts, melodischem Harmoniegesang, Schlagzeug-Double-Time und Breakdowns und festigt mit Textzeilen wie "Sometimes things will bend you/ But trust me you’ll be fine/ Because I’ve been moving mountains/ That I once had to climb" den höchstoptimistischen Grundtenor der Platte. Dieser zieht sich auch durch den Start-Stop-Hüpfkatalysator "Can’t Kick Up The Roots", der in seiner Unbeschwertheit und Auseinandersetzung mit der Heimatstadt der Band wie New Found Glory nach einer ordentlichen Verjüngungskur klingt, oder den paradigmatischen Pop-Punk-Mitnicker "Threat Level Midnight". Aus der unüberschaubaren Masse an ähnlichen Bands stechen Neck Deep allerdings nicht heraus – zumal sie auch in dieselben Fettnäpfchen wie die Konkurrenz treten und ihrer Platte mit "December" zum Beispiel eine völlig unnötige Ballade spendieren. Als Sommer-Soundtrack eignet sich "Life’s Not Out To Get You" trotzdem wunderbar.

Bewertung: 7/12

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