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0 Autor: Martin Iordanidis

Kylesa - Exhausting Fire

Exhausting Fire
  • VÖ: 02.10.2015
  • Label: Season Of Mist/Soulfood
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 271

Ihre Albumcover waren immer auch Stimmungsbarometer. Auf Exhausting Fire scheint einer H.R. Giger-artigen Muse richtig übel zu werden. Rauchende Köpfe bei Kylesa, mit zwiespältigem Ergebnis.

Die Band ist zum Trio geschrumpft, zumindest in den Songwriter-Credits ist das so nachzulesen. Der zweite Schlagzeuger und Percussionist Eric Hernandez ist im Studio ebenso verschwunden wie Bassist Chase Rudesal, auf der Bühne wollen Kylesa aber weiter zu fünft stehen. Die personelle Konzentration hätte die Fokussierung auf eine Grundatmosphäre erleichtern können, wie es der Band auf "Ultraviolet" gelungen ist. Stattdessen driften Kylesa in der Schwerelosigkeit ihres immensen kreativen Freiraums umher und verlieren dabei oft den Sichtkontakt untereinander. In seiner Rolle als alleiniger Produzent hat Gitarrist Phillip Cope sich auf diesem Album von niemandem mehr reinreden lassen. Dafür fehlt die Aufmerksamkeit an anderer Stelle: Eigentlich funktionierende Songs wie "Blood Moon" ertrinken in einer Fahrigkeit, die auch für Kylesa extrem ist. Laura Pleasants’ ätherische Vocals in "Lost And Confused" werden von Copes Schreien durchschnitten, als wolle der jemandem ins Wort fallen. In "Inward Debate" ersetzt eine nervig ratternde Percussion-Spur das fehlende zweite Schlagzeug. Statt konsequent zu bleiben, lassen Kylesa lieber solche fünften Räder an ihrem stotternden Traktor mitrollen. Selbst wenn "Exhausting Fire" einmal den Vorwärtsgang findet – wie in "Shaping The Southern Sky" – wirkt Pleasants Stimme narkotisiert, sobald der Song in einen Rock’n’Roll-Vibe umschwenkt. Irrationale Wendungen können Filme auf den letzten Metern ruinieren, mit Alben funktioniert das offensichtlich auch.

Bewertung: 6/12

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