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Kylesa - Ultraviolet

Ultraviolet

Kylesa wollen im Gespräch bleiben. Und sie wollen den eigenen Sound vorantreiben. Beides gelingt der Band mit ihrem sechsten Album.

Wenn über eine Band nicht mehr gesprochen wird, wenn sie einfach nicht mehr vorkommt, dann kann man von ihr auch nicht leben. Aber Kylesa wollen von ihrer Band leben können. Deshalb touren sie ständig, und sobald sie wieder zuhause in Savannah/Georgia sind, wird das nächste Album aufgenommen, um dessen Produktion sich Sänger und Gitarrist Philipp Cope kümmert. So oder so ähnlich funktioniert das jetzt schon seit elf Jahren. Eine lange Zeit, in der aus der ungestüm trampelnden Horde eine Band geworden ist, die sich trotz ihrer Herkunft – Sludge, Crust –traut, Melodien einzubauen, psychedelisch zu experimentieren und den eigenen, wuchtigen Sound dort mit Facetten und Konturen zu versehen, wo vorher keine waren. Auf "Static Tensions" war das grandios. Auf "Spiral Shadow" wurde es beinahe gewagt eingängig. Mit Ultraviolet scheinen Kylesa vorerst angekommen. Alles ist da: Der Sludge groovt in Grounded besonders schön. "We’re Taking This" wäre ein Zugeständnis an alte Zeiten, gäbe es da nicht den psychedelischen Breakdown. "Long Gone" ist ein betörender Jam, der die zwei Schlagzeuger besonders schön in Szene setzt. "What Does It Take" ist ein knackiger Punkrocker. "Low Tide" flirtet ganz wunderbar mit Joy Division und 80s-Wave, und "Quicksand" ist die Hymne, auf die man sich beim nächsten Konzert freuen kann. Mit "Ultraviolet" wird also der Beweis dafür erbracht, dass Kylesa ihre sorgsam erarbeitete Eingängigkeit gut steht. Es mangelt ihnen heute nicht an Härte – es mangelte ihnen früher nur an der Fähigkeit, sich zurück zu nehmen.

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Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.5/12

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