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0 Autor: Sebastian Berlich

We Came As Romans - We Came As Romans

We Came As Romans

Nein, We Came As Romans, eure altbackene Mischung aus Pop und Posthardcore braucht 2015 keiner mehr.

Wer ein Album nach sich selbst benennt, der will meist eine Zäsur markieren oder einen Sound definieren. We Came As Romans möchte hörbar in die erste Kategorie fallen und einen melodiöseren, erwachseneren Klang als bisher etablieren. Leider deckt das Album vor allem die Schwächen einer Band auf, die ohnehin nie zu den Koryphäen ihres Genres zählte. Wo man We Came As Romans bisher aber dank dicker Blastbeats und druckvoller Riffs im soliden Metalcore-Mittelfeld verorten konnte, da scheitern sie nun mit klebrigen Melodien am Posthardcore der 00er Jahre. Die Band wäre besser bei der Rückbesinnung des programmatisch betitelten "Tracing Back Roots" geblieben, denn mit ihrem aktuellen Ansatz fügen sie weder dem Genre noch ihrer Diskographie etwas Lohnenswertes hinzu. Ohne den Deckmantel des Metalcore zeigt sich vor allem, wie wenig Talent sie in Sachen Songwriting besitzen. Nette Ideen wie der verhältnismäßig atmosphärische Closer "12 30" stehen absolut verloren zwischen Totalschäden wie "Saviour Of The Week", bei dem man gar nicht weiß, was man schlimmer finden soll: den offensichtlichen Mitklatsch-Part, die schmierige Hook oder die glatte Produktion? Das ganze Album steckt voller generischer Rockmomente, die mal vergangene Härte zitieren ("Tear It Down") oder im Kitsch versinken ("Memories"), einem aber immer völlig egal sind. Vermutlich gibt es Leute, die diese Banalität mit Reife und Entwicklung verwechseln. Rein qualitativ hat man es hier jedoch mit Material zu tun, das eine Band wie Bring Me The Horizon nicht mal auf eine B-Seiten-Sammlung packen würde.

Bewertung: 4/12

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