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0 Autor: Carsten Sandkämper

Tesseract - Polaris

Polaris

Nach einigem Herumprobieren mit verschiedenen Sängern ist die britische Prog-Metal-Formation nun wieder bei der Stimme von Concealing Fate gelandet. Dan Tompkins passt einfach am besten zu ihrem Sound, der nun auch offiziell Prog genannt werden darf.

KScope, das Prog-Label schlechthin, fragt schließlich nicht ohne Grund nach einer Zusammenarbeit. Der Vorgänger, das Konzeptmonument "Altered State", war die Eintrittskarte in den Kreis der Prog-Helden. Teseracts erstes Album für KScope versucht sich dennoch nicht darin, ein klassisches Konzeptalbum zu sein. Es geht um Songs und den weiter verfeinerten Sound zwischen Djent, Metal und Prog. Die Gitarren auf "Polaris" klingen vehement, brutal und gleichzeitig ätherisch. In Übergängen und elektrifizierten Ambient-Passagen sticht Tompkins variantenreiche Stimme hervor. Er ist zwar kein Sänger, der in Extreme verfällt, doch Tesseract profitiert von seinem Pop-Appeal, den Ideen und der Emotion, die er mitbringt. Acle Kahney, Gründer und kompositorischer Kopf der Band, kann sich genüsslich auf die rhythmischen Spielereien konzentrieren, die Tesseracts Musik immer öfter in die Nähe von Legenden wie King Crimson rücken. Gleichzeitig sind Refrains wie in "Survival" für eine wesentlich größere Hörerschaft gemacht, als die Band bislang erreichen konnte. Und überhaupt sucht "Polaris" ein größeres Publikum, also auch den Steven-Wilson- und Porcupine-Tree-Hörer. Songs wie das zurückgenommene Tourniquet jedenfalls zeigen Tesseracts Möglichkeiten abseits von Math und Metal. So entschieden hat man das auf den ersten beiden Alben nicht gehört. Phoenix könnte mit seinem Mitsingchorus sogar ein paar Fans vor den Kopf stoßen. Aber Prog darf das!

Bewertung: 9/12

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