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Imperial State Electric - Honk Machine

Honk Machine
  • VÖ: 21.08.2015
  • Label: Sound Pollution/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 270

Workaholic Nicke Andersson macht Album Nummer vier zum bisher besten seiner Band "Imperial State Electric".

Langsam hat er den Dreh raus. "Honk Machine" klingt hervorragend: kristallklar, soulig, altmodisch und lebensecht. Das war Andersson wichtig, der nicht nur Gitarre gespielt, gesungen und Songs geschrieben hat, sondern die Platte auch aufnahm, produzierte und mixte. 16 Songs kamen dabei zusammen, elf davon sind auf der Platte, die nicht mal 33 Minuten lang ist, genau deshalb aber über keinerlei Längen verfügt. Dafür ist das Team – alle vier Musiker wirkten beim Songwriting mit – viel zu gut eingespielt. "Honk Machine" ist das vierte Album seit 2010, die Songs fürs fünfte sind schon geschrieben. Es läuft wie geschmiert, muss es auch – denn seit Andersson die Hellacopters zu Grabe getragen hat, sieht es mit den Finanzen mau aus. Mag auch das nötige Geld ausbleiben, so ist ihm das Talent, Songs zu schreiben, nicht abhanden gekommen. Auf den Hives-mäßigen Punkrocker "Guard Down" folgt das halbakustische "All Over My Head", ein perfektes US-Highway-Stück. Dabei hat "Let Me Throw My Life Away" die Platte noch in bester Kiss-Manier stadiontauglich eröffnet. Aber so ist das eben, wenn Routinier Andersson ans Werk geht – und Diamanten wie die hübsch altmodische Rock’n’Soul-Ballade "Walk On By" aus dem Hut zaubert. So schön hat er das zuletzt bei "The Solution" gemacht. Und so gut, war bisher keines der Alben von Imperial State Electric, zumindest nicht der mediokre und im direkten Vergleich einfach weniger gut klingende Vorgänger "Reptile Brain Music" von 2013. Wenn das so weiter geht, dann weint den Hellacopters am Ende niemand mehr eine Träne nach.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 3.0/12

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