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0 Autor: Christian Wiensgol

Paper Arms - Great Mistakes

Great Mistakes

Dem The-Wave-Trend entgegen muss das dritte Album nicht immer alles anders machen, um alles richtig zu machen.

Nur wenige Monate nach "Hyperview" veröffentlicht, wird "Great Mistakes" zwangsläufig zum unfreiwilligen Gegenpol zu Title Fights drittem Album. Paper Arms setzen aber nicht auf andauernde Veränderung, sondern auf konsequente Konstanz und holen damit jeden ab, der vor lauter kreativer Freiheit echten Punkrock vermisst. Was nicht heißen soll, dass die Australier zwei Jahre nach dem gefeierten "The Smoke Will Clear" all zu vorhersehbar oder formelhaft agieren, da gibt es im Fahrwasser von Hot Water Music ganz andere Kandidaten. "Great Mistakes" schafft es sogar, angerautem Emo-Punk neue Nuancen hinzuzufügen, "Dedication" und "Blackout" etwa leihen sich die flirrenden Gitarren beim Postrock. Noch deutlicher schieben sich aber Grunge-Referenzen in den Vordergrund, statt sich wie bislang auf Josh Manns unaffektiert zerkratztes Organ zu beschränken. Die dreckige Schönheit von "This Time" etwa erzeugt eine Wucht, die auch Kurt Cobain abgenickt hätte, und erklärt nebenbei den Spätgeborenen, dass Grunge sich vor zwei Dekaden in erster Linie aus Punk entwickelte, auch wenn es sich im Falle von Paper Arms umgekehrt verhält. Ein Song wie "Shifty" wiederum ist mit seiner Kombination aus gewaltigem Riff und leichtfüßiger Umsetzung ganz nah dran an den besten Momenten von Rival Schools. Danach darf "Fader" ganz unverhohlen den Helden Hot Water Music huldigen – inklusive eines großen Refrains, der die realitätsnahen Mutmacher-Lyrics von "Great Mistakes" auf den Punkt bringt: „No money in my pockets/ No savings in my crawlspace/ No stocks up in the market/ I got a big, fat smile upon my face.“

Bewertung: 9/12

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